IN EIGENER SACHE

GEGENDARSTELLUNG

Am 08.10.2014 veröffentlichte der WDR als Reaktion auf einen Artikel des dwdl.de einen sogenannten „Faktencheck“. Hintergrund war eine Programmbeschwerde des britischen Anwaltes Frank Cannon gegenüber dem WDR, nachdem der WDR gegen eine schriftlichen Vereinbarung zwischen ihm, mir und der von Rechtsanwalt Cannon vertretenen „Westgate Foundation“  verstossen hatte.

Eine weitere Antwort auf die Ablehnung der Programmbeschwerde des Rechtsanwaltes Frank Cannon durch den WDR Intendanten Tom Buhrow finden Sie hier.

In dem vom WDR in diesem Zusammenhang veröffentlichten „Faktencheck“ werden eine Reihe falscher Behauptungen, auch direkt über meine Person aufgestellt.

So wird behauptet:

„Der Vorwurf: Durch nachträglich gedrehte Zwischenschnitte sei den ZuschauerInnen in der Dokumentation bloß der Eindruck vermittelt worden, der WDR-Redakteur Roman Stumpf habe ein Interview mit Professor Abou-Donia geführt. Der WDR nehme es in diesem Punkt mit der Glaubwürdigkeit nicht so genau.

Fakt ist: Der Film ist in Co-Autorenschaft entstanden. Die zwei Autoren – Tim van Beveren und Roman Stumpf – haben das besagte Interview gemeinsam vorbereitet und geführt. Zwischen den Autoren war vereinbart, dass Roman Stumpf am Drehort und unmittelbar im Anschluss an das Interview noch zusätzlich eine Zwischenfrage aufnehmen sollte. Warum? Teil eines im Film dokumentierten Experiments war, dass Roman Stumpf regelmäßig nach Langstrecken-Flügen Blut entnommen wurde. Diese Blutproben wurden untersucht. Die Werte sollten Aufschluss darüber geben, ob Roman Stumpf möglicherweise Schädigungen durch Gift in der Kabinenluft erlitten hatte. Der Wissenschaftler Mohamed Abou-Donia, Experte auf dem Gebiet, sollte das Testergebnis im Film bewerten.

Im Interview mit dem Wissenschaftler in englischer Sprache ging es um viele Teilbereiche des Filmthemas, auch um die Blutproben von Roman Stumpf. Beide Autoren vereinbarten einvernehmlich, dass Tim van Beveren zunächst die Fragen stellen sollte, auch die Zwischenfrage zu den Blutproben von Roman Stumpf. Zu einem späteren Zeitpunkt übernahm Roman Stumpf das Interview und stellte selbst noch einige Fragen. (…)

Die Zwischenfrage von Roman Stumpf wurde dann schließlich von beiden Autoren gemeinsam, also auch von Tim van Beveren, in die zu sendende Interview-Passage eingeschnitten.“

Dieser vermeintliche „Fakt“ enthält gleich mehrere falsche Behauptungen:

  1. Das besagte Interview wurde nicht gemeinsam von Herrn Dr. Roman Stumpf (heute: Dr. Roman Rusch) und mir vorbereitet und geführt. Das hier besagte und in der Filmfassung vom 7. Juli 2014 ausgestrahlte Interview mit Professor Dr. Abou-Donia wurde ausschlieslich von mir geführt.
  2. Herr Dr. Stumpf, bzw. heute Rusch war zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht anwesend.
  3. Er hat von daher das Interview auch nicht zu einem „späteren Zeitpunkt übernommen“. Er traf erst am Interview-Ort ein, als Prof. Dr. Abou-Donia bereits im Aufbruch war. Er führte daraufhin ein eigenes Interview mit Professor Abou-Donia, jedoch mit anderen Fragen als ich sie dem Wissenschaftler gestellt hatte.
  4. Die im Filmbeitrag (ARD-Doku „Nervengift im Flugzeug“, ausgestrahlt am 7. Juli 2014) im Interview von Prof. Dr. Abou-Donia von Roman Stumpf, – heute Rusch, eingeschnittene Zwischenfrage wurde dem interviewten Wissenschaftler so nie gestellt. Er antwortete vielmehr auf meine Frage „Does it mean I’m sick?“ („Heisst das ich bin krank?“), die aber in der bereits von der Chefredakteurin abgenommenen Sendefassung entfernt wurde und durch die Frage von Dr. Roman Stumpf, heute Rusch, „Heisst das, dass ich jetzt durch Organophosphate vergiftet wurde?“ durch diesen und ohne meine Billigung ersetzt wurde.

Weiter wird behauptet:

„Der Vorwurf: Tim van Beveren sei als faktischer Hauptautor der Dokumentation bei der Ausstrahlung des Films nicht als solcher genannt worden. Der WDR habe seine Autorenschaft plötzlich beendet.

Fakt ist: Tim van Beveren und Roman Stumpf waren von Anfang an gleichberechtigte Autoren der Dokumentation. Dies war eine einvernehmliche Entscheidung zwischen ihnen und der Redaktion. Über einen langen Zeitraum recherchierten beide Autoren gemeinsam, drehten, führten Interviews, erstellten den Text in gemeinsamer Verantwortung und arbeiteten gemeinsam im Schnitt.

Bei der Abnahme des Films durch die Redaktion waren einzelne kleinere Änderungen handwerklicher und dramaturgischer Art vereinbart worden. Diese wurden von den beiden Autoren gemeinsam umgesetzt. Danach wollte van Beveren nochmals eine komplette Neufassung auf seinem privaten Schnittplatz erstellen. Diesem Vorgehen konnte die Redaktion aufgrund des sensiblen Materials aus Gründen des Quellenschutzes sowie der Sicherstellung notwendiger technischer Standards nicht zustimmen. In der Folge beendete Tim van Beveren seine Autorentätigkeit und zog per Mail sein Recht auf Namensnennung zurück. Auf das Angebot der Redaktion, die Endfassung des Films einzusehen, ging er nicht ein.“

Auch dieser vermeintliche „Fakt“ enthält gleich mehrere falsche Tatsachenbehauptungen:

  1. Die initialen Recherchen, das Exposé und das Treatment zu dieser Dokumentation stammen ausschliesslich von mir. Herr Dr. Stumpf, heute Rusch, wurde mir seitens des für die Sendung verantwortlichen WDR-Redakteurs, Joachim Angerer, aufgedrängt. Ich wollte diese Dokumentation zunächst in Kooperation mit einem Kollegen vom NDR realisieren. Dies wollte aber der WDR nicht.
  2. Herr Dr. Stumpf, heute Rusch und ich arbeiteten nicht gemeinsam im Schnitt. Es gab bis auf einen Nachmittag noch nicht einmal die sonst allgemein übliche Abstimmung der Autoren über Inhalte, Gewichtungen und Rechereergebnisse. Herr Dr. Stumpf, heute Rusch, bearbeitete seine Teile der Dokumentation, ich meine Teile.
  3. Bei der „Abnahme des Films“ durch die Chefredakteurin des WDR, Sonia Mikich, war dieser nicht vollständig. Erstmalig sah ich die vorerst erste Fassung des Films einen Tag nach Ende der Schnittarbeiten. Mein Eindruck war, dass es sich um keinen guten Film handelte, wesentliche Aspekte falsch und missverständlich dargestellt wurden und entscheidende Recherchenergebnisse nicht adäquat gewürdigt wurden. Ich schlug daher vor den Film erneut, ohne das dem WDR dafür Kosten entstehen, zu bearbeiten und zur Diskussion zu stellen. Ein solcher Vorschnitt hätte innerhalb weniger Stunden auf den technischen Standards des WDR ebenso realisiert werden können, wie auf meinem Schnittsystem, dass exakt die gleichen Standards erfüllt. Dies wurde von dem sendungsverantwortlichen Redakteur Joachim Angerer kategorisch abgelehnt.
  4. „Sensibles Material“ (angesprochener Quellenschutz) befand sich nicht in dieser Fassung, noch beim WDR. Anzumerken ist aber, dass Aufnahmematerial, darunter auch Material das ich als „sensibel“ einstufen würde, aus den Räumlichkeiten des WDR „verschwunden“ ist. 
  5. Ich habe meine „Autorentätigkeit“ weder beendet, noch habe ich „per Mail“ mein „Recht auf Namensnennung“ zurückgezogen. Hier verschweigt der WDR, dass es in der Folge zu verschiedenen Fragen von Anwälten von Interviewpartnern gekommen ist, auf die der WDR widersprüchlich geantwortet hat. Eine Protagonistin zog in der Folge ihre „Rechte am Bild“ zurück. Hierbei war zu berücksichtigen, dass diese Protagonistin zum Zeitpunkt des Interviews erkrankt war, was Journalisten nach dem gültigen Pressekodex eine besondere Sorgfaltspflicht auferlegt. Der WDR erklärte daraufhin dem anwaltlichen Vertreter, dass er beabsichtigte das Interview trotzdem auszustrahlen, obwohl hier zwischen ihr und mir zu ihrem Schutz eine spezielle Authorisierungsklausel schriftlich vereinbart worden war. Diese lag dem WDR auch vor, zumal ich das Material seinerzeit in eigener Verantwortung aufgenommen hatte und es sich in meinem Eigentum befindet. Ich habe den WDR in diesem Zusammenhang auf diese Regelung und den deutschen Pressekodex hingewiesen und mitgeteilt, dass wenn er auch weiterhin beabsichtige hiergegen aktiv zu verstossen ich in diesem Zusammenhang nicht namentlich genannt werden möchte und auch „kein Bild von mir“ verwendet werden soll.
  6. Als Reaktion erhielt ich eine Email des sendungsverantwortlichen Redakteurs Joachim Angerer in der er mir mitteilte, dass ich selbstverständlich den von ihm selber zu einem späteren Zeitpunkt umbearbeiteten Film „vor Ausstrahlung zu sehen bekommen würde“ und dann entscheiden könne, ob ich genannt werden möchte oder nicht. Dem ist der WDR dann aber nicht nachgekommen, auch nicht nach einer schriftlichen anwaltlichen Aufforderung der mich vertretenden Anwälte Wilde, Berger und Solmecke, vom 4. Juli 2014, also vor dem Sendetermin vom 7. Juli 2014. Ein anderes Angebot zur Sichtung des Films hat mir der WDR nie unterbreitet.

Weiter wird behauptet:

„Der Vorwurf: Auslöser des Streits um die Autorenschaft sei eine Mail der Redaktion an die Lufthansa gewesen, in der Roman Stumpf als Hauptautor und Tim van Beveren lediglich als sachkundiger Co-Autor benannt wurde.

Fakt ist: Bei der Mail der Redaktion an die Lufthansa handelte es sich um Schadensbegrenzung nach einem journalistischen Fehlverhalten von Tim van Beveren. Dieser hatte – noch vor der ersten offiziellen Anfrage der Redaktion an die Lufthansa – heimlich auf einem Lufthansa-Flug aufgenommene Fotos und Karikaturen, die die Luftfahrtindustrie ins Lächerliche zogen, auf seiner eigenen Facebook-Seite veröffentlicht.

Aufgrund dieser Veröffentlichung vermutete die Lufthansa journalistische Voreingenommenheit und lehnte Drehgeneh­migungen und Interviews strikt ab.“

Hier wird mir explizit ein journalistisches Fehlverhalten sowie dass ich „heimlich auf einem Lufthansa Flug Fotos und Karikaturen“ aufgenommen hätte vorgeworfen.

  1. Zu keinem Zeitpunkt habe ich heimlich auf einem Lufthansa-Flug Fotos und / oder Karikaturen aufgenommen. An Bord von mir gemachte Aufnahmen entstanden ausschliesslich mit Billigung der abgebildeten Person (eine Protagonistin) und mit Billigung der Kabinenbesatzung. 
  2. Über Karikaturen, die die Luftfahrtindustrie ins Lächerliche zogen, ist mir nichts bekannt.
  3. Meine Facebook-Seiten waren aufgrund der damaligen Einstellungen nur für meine „Facebook-Freunde“ sichtbar, nicht jedoch für die Lufthansa AG. Allerdings für meinen Kollegen Dr. Roman Stumpf, heute Rusch, der diese dann auch – zu meiner Verwunderung – vollständig für die Redaktion (Joachim Angerer) und das Justiziariat des WDR kopiert hat.
  4. Die Email der Lufthansa hatte ein von mir angefertigtes Bild der oben besagten Protagonistin und Arbeitsfotos in hoher Vollauflösung beigefügt (Anmerkung: bei upload auf Facebook werden Bilder kleingerechnet und sind nur in einer kleineren Auflösung verfügbar. Sie können nur von meinen Facebook-Freunden gesehen, aber nicht geteilt werden). Diese Bilder habe ich seinerzeit lediglich über den WDR internen Mailserver an 2 WDR Redakteure sowie die Chefredakteurin versendet, als Entwurf für ein mögliches Titelbild zu der geplanten Dokumentation. Es ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, wie die Lufthansa an dieses Bild gelangt ist. Exakt dieses Bild ist übrigens seit 2015 das Titelbild der Kinoplakate und auch das Cover meiner Filmdokumentation „Ungefiltert eingeatmet – die Wahrheit über das Aerotoxische Syndrom“.
  5. In eine späteren Email behauptete dann die Lufthansa die Fotos nicht auf meinem Facebook Profil, sondern vielmehr auf dem Twitter-Account des „Aerotoxic Teams“, einer Eigeninitiative betroffener Flugbegleiter und Piloten, gefunden zu haben. Recherchen der Lufthansa hätten ergeben, dass diese Seite gemäss Impressum zu einer Dame gehöre, die zu diesem Zeitpunkt die Lufthansa vor dem irischen High-Court verklagt hatte und die einen Künstlernamen vorgebe. Zu keinen Zeitpunkt wurde mir hier von der Lufthansa konkret ein „journalistisches Fehlverhalten“ vorgeworfen.

Anmerkung: Wegen des Unterlassens dieser u.a. auch rufschädigenden Äusserungen des WDR habe ich 2014/2015 ein Verfahren vor dem Landgericht Mainz geführt. Das Gericht kam aber zu der Ansicht, ich müsse diese Äusserungen, darunter auch solche die objektiv unwahr seien hinnehmen, da sie durch die Pressefreiheit abgedeckt seien. Es handle sich, so das Gericht, um „wertneutrale Falschdarstellungen“.

Berlin, den 28. Juni 2018

24. April 2015

In seiner Sitzung am 23. April 2015 hat der Rundfunkrat des WDR die Programmbeschwerde des schottischen Rechtsanwalts Frank Cannon in allen Punkten zurückgewiesen. Dabei, so wurde berichtet, stützte sich der Rundfunkrat überwiegend auf eine entsprechende Empfehlung des WDR Programmbeirats aus dem Februar 2014, in dem die Beschwerde zuvor Gegenstand von Erörterungen u.a. mit dem WDR Justiziariat war. In meinen Augen war es ausgerechnet aber die höchst unsensible Vorgehensweise dieser WDR Abteilung, gemeinsam mit dem sendungsverantwortlichen Redakteur, welche letztendlich überhaupt erst zur Eskalation dieser Sache geführt hat. Gab oder gibt es hier also eine handfeste Interessenkollision? Wie kann der Rundfunkrat der größten öffentlich-rechtlichen Anstalt auf einer solchen Basis wirklich unabhängig seine Entscheidung als Kontrollgremium treffen?

Bezeichnend finde ich es auch, dass ich in dem gesamten Zusammenhang nie befragt wurde. Weder vom WDR, also der Redaktion bis hin zur Chefredakteurin oder der Intendanz, noch von irgendeinem Vertreter des Rundfunkrates. Dabei läge das eigentlich nahe, zumal es sich bei diesem Projekt um meine Recherchen und Expertise gehandelt hat und darüber hinaus ausschliesslich ich den Kontakt zu den unterschiedlichsten Gruppen und Protagonisten über mehr als zwei Jahre gepflegt hatte. Nun gut, zumindest wurde auch ich durch diese Entscheidung vom Vorwurf einer Zuschauertäuschung entlastet. Allerdings nicht unbedingt in den Augen derer, auf die es mir in meiner eigenen Arbeit als investigativer Journalist für eine Vielzahl von unterschiedlichen Medien ankommt.

Aber: dieser konkrete Vorgang in all seinen Facetten macht für mich schmerzhaft deutlich, wie eine eigentlich öffentlich-rechtliche und zur Transparenz verpflichtete Rundfunkanstalt sich mittels ihrer Gremien eine eigene, für sie vorteilhafte Realität erschafft und dabei sogar vor der Verdrehung von Fakten und Tatsachen nicht zurückschreckt. Dies erlebe ich derzeit auch in meinem eigenen Verfahren, in dem ich mich gegen falsche und meine Person diskreditierende Behauptungen des WDR juristisch zur Wehr setze, wohl aber kaum mit irgendeiner Aussicht auf Erfolg.

Im Wesentlichen überzeugte den Rundfunkrat bei der Ablehnung der Programmbeschwerde anscheinend der Vortrag des WDR Justiziariates, dass für das Verhältnis zwischen dem Westgate Research Team (vertreten durch Rechtsanwalt Cannon), dem WDR (vertreten durch Sonia Mikich) und mir ein Vertrag ursächlich sei, der zwischen den Parteien bereits im Juni 2013 geschlossen wurde. Dabei verkennt der Rundfunkrat aber das Wesen dieser schriftlichen Vereinbarung, die nunmehr durch das Justiziariat von einem „Letter of Understanding/Agreement“ (Vorvertrag/Übereinkommen) zu einem „Vertrag“ erhoben wurde. Vielmehr ging es hier um die Festlegung von Modalitäten unter denen es mir und darüber hinaus dem WDR, als Verwerter meiner journalistischen Arbeit in diesem Fall „exklusiv“ gestattet war, die filmische Begleitung der Untersuchungen und deren Ergebnisse für die Berichterstattung eines von mir erstellten Beitrages überhaupt zu nutzen. Hiergegen, so Cannon, hatte der WDR mit der Ausstrahlung am 7.7.2014 in der ARD verstossen. – Doch dies war nicht der einzige Punkt der Programmbeschwerde des Rechtsanwaltes Cannon.

Im Weiteren ging es um eine Reihe falscher Tatsachenbehauptungen in der angegriffenen Fassung des Filmbeitrages vom 7.7.2014. Doch mit diesen Punkten hat sich der Rundfunkrat überhaupt nicht weiter beschäftigt, obwohl genau das seine originäre Aufgabe gewesen wäre. Dabei wurde durch Rechtsanwalt Cannon ziemlich umfassend belegt, dass in dem Beitrag sowohl über den verstorbenen Piloten Richard Westgate, als auch über die Ergebnisse der im Verlaufe der Filmarbeiten vom WDR und mir durchgeführten Wisch-, Luft- und Blutproben in der Sendefassung mehrere falsche Tatsachenbehauptungen durch den WDR aufgestellt wurden, die einer kritischen Betrachtung und Überprüfung nicht standhalten.

Abschliessend und hier verwundert die mit der Ablehnung konstatierte Haltung des Kontrollgremiums des WDR umso mehr, ging es um den Vorwurf des Vertrauensmissbrauchs gegenüber dem Westgate Recherche Team und letztlich auch dem Zuschauer.  Dies durch den Umstand, dass ein festangestellter Wirtschaftsredakteur des WDR, als Autor einer angeblich industriekritischen Dokumentation über Missstände in einem Industriebereich, gleichzeitig ein von der Industrie gesponsertes privates Zusatzstudium an einer widerum von der Industrie getragenen rein privaten Hochschule absolviert hat. Der gleiche Redakteur, dem durch das Einschneiden einer so nie gestellten und folglich so hier auch gar nicht beantworteten Zwischenfrage, in einem Interview mit einem wissenschaftlichen Experten, eine nicht nur in meinen Augen gravierende und unzulässige journalistische Manipulation vorgeworfen wird.

Ich habe dazu meine ganz eigene Meinung, darf diese aber hier nicht ohne weiteres Risiko für mich äussern, da mir für diesen Fall durch den besagten Wirtschaftsredakteur des WDR juristische und strafrechtliche Konsequenzen angedroht wurden. Soviel zum WDR, seinem Selbstverständnis, seiner Loyalität gegenüber langjährigen freien Mitarbeitern, journalistischer Ethik und Moral, Transparenz nach Innen und Aussen und dem in meinen Augen wichtigsten journalistischen Gut: der Wahrheitsfindung.

Berlin, den 26.4.2015

Tim van Beveren

Die gesamte Korrespondenz des Rechtsanwalts Frank Cannon mit dem WDR, einschliesslich der Programmbeschwerde habe ich bei diesem Blog gefunden:

Programmbeschwerde Rechtsanwalt Cannon

Antwort WDR Intendant Tom Buhrow

Erwiderung Rechtsanwalt Cannon

 9.10.2014

journalism - by Julie B.

by courtesy of Julie B.

(BERLIN/KÖLN) Die Auseinandersetzung mit dem Westdeutschen Rundfunk um meine Autorenschaft bei der Fernsehdokumentation „Nervengift im Flugzeug“, ausgestrahlt in der ARD am 7. Juli 2014, nimmt – bedauerlicherweise – sehr unschöne Formen an.

Das, obwohl ich mich bislang hier extrem zurückgehalten habe, weil ich eigentlich davon ausging, dass irgendwann endlich einmal ein mir von der WDR Chefredaktion bereits vor Monaten in Aussicht gestelltes klärendes Gespräch stattfindet. Doch offenbar möchte die Anstalt, für die ich in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Beiträge hergestellt habe und für die ich auch mehrfach dabei im wahrsten Sinne des Wortes „durch’s Feuer“ gegangen bin, mit mir überhaupt keine Gespräche führen, noch irgendwie eine eine gütliche Einigung zu erzielen.

Was hier bisher alles passiert ist, haben verschiedene Medien bereits aufgegriffen und berichtet. So z.B. die TAZ mit ihrem Artikel vom Tag der Sendung am 7. Juli 2014.

Inzwischen scheint mir, dass freie Mitarbeiter bei dieser Anstalt das schwächste Glied in der Kette sind, so auch von den Hierarchien gesehen werden und offenbar gibt es auch nur noch eine sehr geringe Hemmschwelle, diese Freien über die Klinge springen zu lassen, wenn sie ihre Rechte einfordern oder infolge kritischer Recherchen gegen einflussreiche Institutionen oder Industriebereiche, bei der Ausübung ihres Berufes, unter Beschuss geraten.

Gestern, am 8. Oktober 2014, erschien beim Medieninformationsdienst DWDL.DE ein Artikel, der eine Programmbeschwerde im Zusammenhang mit der oben genannten Fernsehdokumentation betrifft. Dieser Artikel ist hier zu lesen.

Dieses Bild, veröffentlicht im Januar 2014 auf meinem privaten Facebook Account, nahm die Lufthansa zum Anlass gegenüber dem WDR zur erklären, dass man dem Sender keinen O-Ton vor der Kamera geben möchte (das hat sie in den letzten 6 Jahren übrigens auch keinem anderen Sender, so wie kein Hersteller oder sonst irgendeine Airline)

Dieses Bild, veröffentlicht im Januar 2014 auf meinem privaten Facebook Account, nahm die Lufthansa zum Anlass gegenüber dem WDR zur erklären, dass man dem Sender keinen O-Ton vor der Kamera geben möchte (das hat sie in den letzten 6 Jahren übrigens auch keinem anderen Sender, so wie kein Hersteller oder sonst irgendeine Airline)

Der WDR hat es anscheinend vorgezogen, wie dem Artikel zu entnehmen ist, sich gegenüber den Kollegen von DWDL.DE zunächst nicht zu äussern – sein gutes Recht – publiziert aber dann nach Veröffentlichung dann über seine Pressestelle gestern Nachmittag diesen „Faktencheck“ bzw. diese „Stellungnahme“. Darin werde eine Reihe falscher und unwahrer Behauptungen auch über meine Person aufgestellt. Diese erfolgen meiner Meinung nach wider besseres Wissen und in eindeutiger Schädigungsabsicht, weshalb ich dagegen vorgehen musste. Meine an den Intendanten des WDR, Tom Buhrow, gerichtete Abmahnung kann man hier nachlesen.

UPDATE vom 13.10.2014

UPDATE vom 04.03.2015