Persilschein für Airbus?

tvb am 06. Juli 2012

Am Donnerstag, den 5. Juli 2012, – knapp drei Jahre und ein Monat nach der Tragödie, veröffentlich die staatliche französische Untersuchungsbehörde ihren lange erwarteten Abschlussbericht zum Absturz des Air France Fluges 447, bei dem 228 Menschen getötet wurden.

AF447 © tvbmedia

Für viele Insider, besonders solche, die den Airbus A330 selber fliegen und diejenigen, die sich mit den Details dieses Absturzes genauer beschäftigt haben ist der Abschlussbericht des Bureau d’Enquetes des Accident et Analyse jedoch nur eine Farce. Akribisch haben die Ermittler zwar die Fakten zusammengetragen, aber wie so oft schon in der Vergangenheit, ist die Analyse mehr als unvollständig.

Offenbar sah sich das BEA im Fall von Flug AF 447 vor der Alternative entweder die Unzulänglichkeiten innerhalb der französischen Airline Air France oder aber die beim Hersteller Airbus anzuprangern. Sie wählte die erste Variante und vernachlässigt damit erneut eine wirklich faire und umfassende Analyse aller zu dem Absturz beitragenden Faktoren vorzulegen. Ein weiterer Fall in dem menschliches Versagen ursächlich für eine Katastrophe war, man aber tunlichst vermeidet sich genauer mit den Unzulänglichkeiten auf Seiten des Herstellers zu beschäftigen.

Völlig unbeachtet bleibt zum Beispiel die Untersuchung der Tatsachen, warum die Besatzung, welche sicherlich eindeutig gravierende Fehler gemacht hat, genau so gehandelt hat, Unberücksichtigt bleiben auch die delikaten Punkte die derzeit im Zuge einer Europäischen Neuregelung gerade ein Diskussion entfacht haben: die Auswirkungen von Ermüdung auf die Leistungsfähigkeit von Piloten.