Abfindungen in Millionenhöhe für die Angehörigen der Opfer

Die Angehörigen der Opfer, ihre Anwälte einerseits und Air France sowie deren Versicherung auf der anderen Seite einigten sich, angesichts der Vielzahl von erdrückendem Beweismaterial, relativ schnell gütlich. Gleichzeitig wurden in Europa erstmalig auch Abfindungen bezahlt, die gemäß der sonst üblichen allgemeinen Haftungsbedingungen erheblich höher ausfielen. Die Anwälte konnten damals den Wunsch auf Seiten der Betreiber der Concorde nutzen, das Flugverbot möglichst schnell wieder aufzuheben. Hier pokerten sie mit der hinter ihren Mandanten stehenden öffentlichen Meinung und hatten offensichtlich Erfolg. Gerichtlich geführte Prozesses in der Öffentlichkeit, hätten sich da nicht gerade begünstigend für solche Pläne ausgewirkt. Ob es jedoch jemals strafrechtliche Konsequenzen für die wirklich Verantwortlichen der Concorde-Katastrophe geben wird, ist ein Politikum geworden, und damit höchst fraglich. Bleibt anzumerken das Fluggesellschaft Air France im Fall «Gonesse» ungeschoren davon kam. Im Schnitt erhielten die Angehörigen der Opfer Entschädigungen von bis zu drei Millionen Mark. Davon zahlte die Air France jedoch keinen Cent. Dieser «Schaden» war durch die bestehende Versicherung abgedeckt. Es bedurfte also letztlich nur der Strategie cleverer Anwälte, diese Summen kurzfristig in die richtigen Hände zu leiten. Die Akte «Concorde» ruht seitdem bei einem französischen Ermittlungsrichter.