Kontaminierte (Gift in der) Kabinenluft

 

Seit 2008 habe ich mich schwerpunktmäßig dem Thema „kontaminierte Kabinenluft“, also vergifteter Kabinenluft gewidmet. Alle meine Recherchen gipfelten bereits 2015 in dem mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm »UNGEFILTERT EINGEATMET« (zu sehen hier).

Zunächst erfolgten, als Reaktion, zahlreiche Beschwichtigungsversuche seitens der Airlines und der Luftfahrtindustrie und ein förmliches Leugnen, dass es ein solches Problem überhaupt gäbe. Über die Jahre wuchs dann aber die Zahl von Einzelfällen unter den Betroffenen einerseits und andererseits die Zahl der unabhängigen wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema dramatisch an. Die das Phänomen in Abrede stellenden Ausreden der PR Abteilung bei Airlines, Herstellern und Hobbyinstitutionen wurden dabei stückchenweise im mehr und häufiger als Schutzbehauptungen entlarvt.

Seit 2014 erreicht das Phänomen immer mehr seine kritische Masse, besonders seitdem sich auch andere Journalisten renommierter Medien mit dieser Problematik beschäftigen, national wie international. War es so Anfangs noch einfach auf der vermeintlichen „Agenda eines Herrn van Beveren“ rumzuhacken und mein journalistisches Engagement sogar zu diskreditieren oder als „unethisch“ in Abrede zu stellen, ist das inzwischen gar nicht mehr möglich. Ich kann daher nur meine Kolleginnen und Kollegen aufrufen, sich einmal mit dieser Problematik zu beschäftigen und das zu tun, was die ureigenste Grundvoraussetzung für journalistische Berichterstattung ist: Fragen stellen, – auch wenn diese für die Befragten manchmal unbequem und unangenehm sind.

Leider besteht gerade bei den öffentlich-rechtlichen Medien schon seit einigen Jahren die „Unart“, dass Berichterstattung – dazu noch solche die aus Gebührengeldern der Bürgerinnen und Bürger finanziert wurde, nach zwei Jahren vom Netz zu nehmen. George Orwell hätte daran bestimmt seine Freude, konnte er dies bei sein 1948 erschienenen Roman „1984“ doch noch gar nicht antizipieren. Aber das Thema zirkuliert seitdem in Deutschland und anderenorts, auch wenn die jüngste Berichterstattung meint, offenbar in Ermangelung eines Blicks in die Archive, das Problem als ein „Neues“ darzustellen, bzw. die bisherige Berichterstattung darüber „ausspart“. Das führt aber leider in der Konsequenz dazu, dass viele Kolleginnen und Kollegen immer wieder bei „Null“ anfangen, statt die Berichterstattung auf die bisherigen Medienberichte aufzubauen und das Thema einer zeitkritischeren Betrachtung zuzuziehen.

Ein Beispiel: stand vor fast 9 Jahren ein einziger Stoff im Fokus der Betrachtung, das berühmt-berüchtigte Trikresylphosphat („TKP“ oder engl. „TCP) ist heute klar, dass daneben noch eine Reihe anderer gesundheitsschädlicher und giftiger Stoffe bei diesem Thema eine gewisse Bedeutung haben, insbesondere die synergethischen Effekte, also das was passiert, wenn bei einem sogenannten „Fume – oder Smell Event“ gewisse chemische Stoffe freigesetzt und erhitzt werden. Einen „Quantensprung“ vorwärts gebracht haben diese Diskussion die Erkenntnisse der Ambulanz der Universitätsklinik Göttingen und den Untersuchungen unter der Regide von Dr. med. Astrid Heutelbeck. Diese hat nicht, – wie zahlreiche andere Wissenschaftler bisher, irgendwelche „invitro -Tests“ durchgeführt, oder Stoffe an Mäusen oder Meerschweinchen getestet, sondern ihre Ergebnisse fussen ganz konkret auf Blut- und Urinproben von über 200 Betroffenen, welche kurz nach dokumentierten und damit aktenkundigen „Fume-Events“ gesichert und analysiert wurden. Die Labore fanden in diesen Proben „Stoffe die dort einfach nicht hingehören“ und von denen einige „auch die bei den Betroffenen diagnostizierten Symptome hervorrufen können“. Kein Wunder, dass die Sprechstunde am Institut für Arbeitsmedizin der Universität Göttingen geschlossen wurde, trotz massiver Proteste und einer höchst erfolgreichen Petition.

Nachfolgend, – in Auszügen, also die Highlights dessen wofür zumindest ich bisher verantwortlich zeichne, seit der ersten Sendung im ARD Magazin Plusminus vom Februar 2009. Die meisten der TV Berichte findet man mühelos auf YouTube und in einschlägigen Foren.

Wer sich ein umfassendes Bild machen möchte, kann sich auch den von mir unabhängig produzierten und mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Ungefiltert eingeatmet – Die Wahrheit über das Aerotoxische Syndrom“, z.B. auf Vimeo als Video on Demand ansehen.

 

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